Mit dem Kanu durch Alaska


Am 09.06.2005 war es endlich soweit, wir, das sind Wolfgang Schwarzer (KC Wickede), Andreas Zorn und Detlef Schumann (beide KV Holzwickede), starteten Richtung Alaska. Via Frankfurt ging es nach Whitehorse in Kanada. Dort wurden wir am Flugplatz schon von Torsten Eder von Nature Tours of Yukon erwartet.
Sofort ging es los. Die eingelagerten Boote wurden auf das Autodach geladen, anschließend ging es für eine Nacht ins Hotel. Abends nochmal gemütlich Essen gehen. Am nächsten morgen ca. 280 Meilen mit dem Auto auf dem Alaska Highway nach Alaska. Dort ging es kurz hinter Beever Creek über die Grenze nach Alaska.



Schon nach ca. 1 km kam der Scottie Creek. Ein Blick, der Bach hat genug Wasser. Die Boote wurden sofort abgeladen. Kaum lag die Ausrüstung rund um unsere Boote, war Torsten auch schon wieder auf dem Rückweg nach Whitehorse. Riesige Mengen Ausrüstung lag zwischen den Booten, aber was soll´s, es musste alles mit. Nach knapp einer Stunde war alles Wasserdicht verpackt, die Boote waren bereit. Wir auch. Das Abenteuer konnte beginnen.




Leider fing es auch sofort nach ein paar Kurven an. Die ersten Baumhindernisse tauchten vor uns auf. Mühsam wurden die schwer beladenen Booten darüber hinweg gehoben. Dies wiederholte sich an diesem Nachmittag noch mehrmals.

Diese Mühen wurden aber durch eine grandiose Landschaft entschädigt. Überall Weißkopfseeadler. Nach 28 km kam dann der Chisana River. Dort angelangt wurde die erste Insel als Camp in Besitz genommen. In absoluter Ruhe, nur durch Wassergeräusche und Vogelgezwitscher, verbrachten wir unsere erste Nacht in Alaska.

Am nächsten morgen wurden die Boote wieder mühsam beladen. Mit sehr flotter Strömung ging es dann die nächsten zwei Tage Richtung Tanana River, den wir dann nach einem ausgedehnten Flußdelta erreichten. Genau wie der Chisana River, war auch der Tanana River eiskalt und sehr trüb. Nach 212 km sahen wir dann ein weißes Band bis an den Fluß heran kommen. Hat da wer eine riesige Plane gespannt? Oder hatte da einer Salz abgelagert? Lange Zeit Ratlosigkeit. Doch was wir als Plane oder Salzablagerung gesehen hatten, entpuppte sich als Eisband, welches sich im Robertson River bis an den Tanana heranschob.

Neben dem Robertson River, dem Johnson River brachte der Delta River, bei km 401, gewaltige Wassermassen, sodass der Tanana sich mittlerweile auf mehr als das doppelte verbreitert hat.
Gerade auf den ersten 400 km sahen wir teilweise bis zu 10 Elche am Tag, die Weißkopfseeadler zählten wir schon gar nicht mehr. Sie hatte ihre Horste alle paar Kilometer in den Baumkronen.
Am 19.06.2005 war es dann soweit. Der erste Tag ohne paddeln. Morgens aus dem Zelt geguckt, puh, Regen. Das Wasser stieg immer mehr. Wir entschloßen uns, an diesem Tag wird nicht gepaddelt, wir bleiben in den Zelten. Dies war auch der einzige Tag an dem wir nicht paddelten. Am nächsten Tag wurde Fairbanks erreicht. Ein kleiner Fußmarsch (zum Glück nahm uns das erste Auto mit in die Stadt) und wir haben unsere Vorräte im Supermarkt ergänzen können. Doch bevor es zu den Booten zurück ging, wurde erst mal ein Steak verzehrt.
Aufgrund des gestiegenen Wasserstandes, viel es immer schwerer Mückenfreie Inseln zu finden. Wir waren gezwungen, das erste Mal auf Festland zu campieren. Dazu suchten wir uns eine Cabin aus. Hier hatten wir das erste mal fließend Wasser aus einer Schwengelpumpe. Auch Sessel und Couch fanden sich unter einer nicht mehr ganz dichten LKW-Plane.


Hier noch ein Paar Bilder.
Fortsetzung folgt.
Andreas und Detlef
