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Tagebuch

05 August
2005

1440 Kilometer mit dem Kanu durch Alaska

Paddeln bis die Schwielen kommen



Nach der letzten Nacht bei der Cabin, jagten uns die Mücken schnell in die Boote. 30 Minuten später tauchte die Eisenbahnbrücke von Nenana vor uns auf. Schnell ans linke Ufer und schon lagen wir im Hafen an Land.



Keine Mücken! Direkt am Hafen ein Restaurant. Wir wurden freudig begrüßt. Schnell hatten wir uns für ein zweites Frühstück entschieden. Es gab Rühreier mit Schinken, Pfannekuchen, Toast und den bisher besten Kaffee. Welch ein Genuss nach tagelangem Frühstück nur mit Vollkorn- bzw. Schinkenbrot.



Nachdem wir gesättigt waren, ging es zur Besichtigung und zum Einkaufen quer durch Nenana. Schon während des Frühstücks hatten wir Postkarten geschrieben, jetzt wurden im Postoffice die passenden Briefmarken erstanden. Auch den Generalstore fanden wir sehr schnell.



Nach fast 3 Stunden ging es dann wieder in die Boote. Sofort nach der ersten Kurve, in Höhe der Einmündung des Nenana River, kamen uns die ersten Schiffe entgegen.




Zwischendurch noch einige Bilder.

Auch die nächste Nacht wurde wieder auf Festland verbracht. Wir kamen nach Old Minto. Das Wetter ist mittlerweile absolut Spitze, nur noch Sonne. Und für uns ganz überraschend, es waren keine Mücken da. Dafür gab es reichlich kleine Mäuse. Es geht am nächsten Morgen mit dem super Wetter wieder los. Langsam wird das Paddeln zäh. Die Fließgeschwindigkeit lässt deutlich nach, dafür wird der Tanana River immer breiter.






Den ganzen Tag sind kaum geeignete Zeltinseln zu finden. Dann abends eine Insel mit Cabin. Leider auch mit tausenden Mücken. Einsprühen ohne Ende. Überall auf der Insel haben die Biber gearbeitet und zahlreiche Bäume gefällt. Ich sammle die sehr trockenen Späne um den Hobo Kocher damit einzuheizen. Es gab ein Höllenfeuer. So schnell wie heute war das Essen noch nie fertig.



Leider fing der nächste Tag nicht so gut an. Andreas verlor beim Einsteigen ins Boot seine Sonnenbrille. War aber auch für den folgenden Tag kein großes Problem. Es regnete den ganzen Tag. Dies sollte ab jetzt der letzte Regentag auf dem Nenana River gewesen sein.

Schon wieder Bilder.

Schon der nächste Tag (mittlerweile schon der 25. Juni) brachte wieder Sonne. Auch der Schiffsverkehr nahm zu. Wir sahen zwei Frachtschiffe. Dann am Nachmittag wurde es laut auf dem Wasser. Ein Bootsrennen. In kurzem Abstand überholten uns Rennboote. Über mehrere Stunden hörten wir immer wieder die Hochgezüchteten Rennmotoren. An diesem Tag haben wir die 1000 km Marke überschritten.



Der Tanana River wird immer breiter, nach 906 km auf ihm, erreichen wir den Yukon River (insgesamt bis hier 1030 km gepaddelt).

Sofort nach der Einmündung in den Yukon River mussten wir diesen queren, um nach Tanana zukommen. Weil Sonntag ist, freuen wir uns schon auf ein großes Steak. Doch leider blieb es nur bei der Vorfreude. Unsere Vorstellung von der Größe des Ortes war leider falsch. Es gab zwar einen Imbiss, nur hatte der leider nicht geöffnet. Dafür öffnete der Generalstore gegen Mittag. Wir hatten bis dahin aber noch genügend Zeit, um unsere Trinkwasservorräte zu ergänzen.



Freundlich wurde uns der Weg zum öffentlichen Wasch- und Badehaus gewiesen. Für einen Quarter bekamen wir dort reichlich frisches Wasser. Im Generalstore wurden wir freundlich begrüßt und bedient. Wir bekamen sogar die Entfernungsangaben für die nächsten Orte. Nachdem wir auch unsere Lebensmittelvorräte ergänzt hatten, ging es wieder aufs Wasser. Die folgenden Kilometer wurden die Mücken durch eine unglaubliche Anzahl von Bremsen (Pferdefliegen) abgelöst.
Beim paddeln auf dem Yukon meinten wir, wir kommen nicht von der Stelle. Unser GPS (Garmin Gecko 101) sagte aber, wir fahren mit 12 km/h.



Fortsetzung folgt.

Detlef


Autor dschumann um 13:40 | Kommentare (0) | TrackBacks (0)
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