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Tagebuch

12 August
2005

Sie wollte Wildwasser IV und kenterte bei Wildwasser I

Achtung lang

Es war einmal...

Eine Gruppe von vier tapferen Paddlern, die in einem mindestens genauso tapferen alten, blauen Mercedesbus nach 18-stündiger Fahrt in dem beschaulichen Paddlerdörfchen names Sort in den Pyrenäen ankamen.
"Ne, das musse anders erzählen..."[Zitat Udo] Jedenfalls trafen wir, die Paddlerjugend, bestehend aus Matthias, Dirk, Marlene und Heiko auf einem urigen Campingplatz auf die Familien Döring, Kreuzkamp, Brackwehr und Reinecke.

Nach einer angenehmen Nacht fuhren wir am nächsten Tag zum Berg Col de Pontillon, um dort die 15 Etappe der Tour de France live mitzuerleben und um uns ordentlich mit Werbegeschenken einzudecken. Dann kamen sie, Lance Armstrong, Jan Ullrich und Konsorten. Den Tag ließen wir
am Abend auf dem Campingplatz mit spanischem Wein und Orangensaft für die Jugend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Tag war es endlich soweit. Wir bepaddelten und beschwammen den reißenden Wildbach
Rio Noguera Pallares von Llavorsi bis zu unserem Campingplatz, wobei einige der tollkühnen Paddler
[Red.: es war nicht die Jugend, noch nicht :-)] zum Freistilschwimmen übergingen. Kurz vor Ende
der Paddeltour mussten wir noch ein ca. 5 Meter hohes Wehr überwinden, wobei es einige in die Fluten riss. Der Abend endete mit einer Partie "Siedler von Catan".

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit nicht zu empfehlenden Baguettes vom Campingplatz machten wir uns am nächsten Tag auf zu unserem nächsten Paddelabenteuer. Nach einem tollkühnen Sprung von einer Hängebrücke machten wir es uns zur Aufgabe die gefährlichste Walze des Abschnitts ohne
Schwimmeinlage zu bezwingen, aber Rainer ließ es sich nicht nehmen auf dem "Chickenway" vor Louise und Sylke herzuschwimmen. Kurz unterhalb setzten die Paddelneulinge Tim, Steffi und Uwe ein.
An diesem Tag befuhr auch Udo das Wehr, kenterte ungesehen und konnte den darauf folgenden
Rainer nicht aus den Fluten retten. [Udo: "Ich hatte doch selbst die Furt im Wasser"]
Am Abend wurden spanische Köstlichkeiten in der Pfanne gebraten. Udo hatte so seine Probleme mit ganzen Riesengarnelen [Red.: die Füße und den Kopf kann man nicht essen] und mit Tintenfischen deren Tinte in der Pfanne siedete. Verzweifelt versuchte Elke ihm zu helfen. [Elke: Mensch Udo, Du musst erst den Darm rausnehmen], doch er gab im Angesicht der herausquellenden Innereien auf.
[Udo: "Das hab ich alles schon gegessen"][Red.: aber wohl noch nie selbst zubereitet]

Gegen Mittag des nächsten Tages hieß es wieder "es kütt, es kütt", denn das Wasser kommt erst, wenn das Kraftwerk ca. 15 Kilometer oberhalb seine Schotten öffnet. So befuhren wir
am späten Nachmittag die schönste Schlucht Spaniens namens "El Collegats", wobei wir noch eine kleine Klettertour in einem Seitencanyon unternahmen.
Abends gab es wieder typische Campingkost (Nudeln mit Tomatensoße bzw. Mediterane Reispfanne.

Zur Abwechslung fuhren wir am nächsten Tag ins zollfreie Konsumparadis Andorra, wo wir uns mit köstlichen Leckereien und Diesel für unseren Rennbuss eindeckten. Auf der Rückfahrt schauten wir uns noch die Kanuslalomstrecke der olympischen Spiele 1992 in Seu d'Urgell an.
Nach einer kurvenreichen Rückfahrt in unserem Luxusmobil wurde Marlene von Udo mit den Worten "wach auf Marlene Du kotzt gleich" "sanft" aus dem Schlaf geholt.

Am späten Nachmittag trainierte eine kleine Gruppe unterhalb des Campingplatzes um folgende
Grundregeln des Kanusports zu verinnerlichen:

1. Zum Stein legen - Nicht reinlegen
2. Immer Hauptstrom fahren, nicht Chicken Way
3. Wenn umkippen, dann rollen
4. Beim Schwimmen Füße nach vorne, sonst blaue Knie.

Wie eigendlich jeden Abend gab es die obligatorische Kenterrunde. Für uns Jugendliche gab es Weingummi und Schokolade [Udo: "komm nimm noch eins, is doch klein"], für die Erwachsenen andere Leckereien (San Miguel, Pastis...) [Udo: "das war vor 20 Jahren noch schlimmer"].

Nach einem weiteren lustigen Paddeltag hieß es wieder "komm dann fahren wir heut noch mal nach Andorra", wobei unser 1. Vorsitzende Rainer eine ganz besonders landschaftlich schöne
und gleichzeitig anspruchsvolle Route wählte. Auf halber Strecke durch enge Steilkurven und an tiefen Schluchten vorbei mussten wir gezwungenermaßen unsere "Schmuggelfahrt" abbrechen, da es unseren Autos an Bodenfreiheit fehlte. Wir tranken in der kleinen "Ortschaft" Tor einen
leckeren Milchkaffee und fuhren zurück nach Sort.
Am Nachmittag bevölkerten wir das kleine Freibad des Campingplatzes (es waren mal wieder 34Grad, wie jeden Tag) oder lagen faul in der Hängematte und lasen Bücher wie "Die Geschichteder Uschi König" aus der TV-Serie "Hinter Gittern - Der Frauenknast" [Red.: Auszuleihen
bei Matthias].

Neben uns campten schlecht singende Franzosen, mit denen Dirk und Matthias viel Spass bei "Singbattles" unter der Dusche hatten [Red.: Lieblingslied "schwarz-braun ist die Haselnuss"].

Dann kam der nächste Tag, an dem wir, insbesondere die etwas unterforderte Marlene, es wissen wollten. Wir fuhren in die Ortschaft Escalü um uns die 5-er Stellen des Rio N.P. anzusehen und sie evtl. zu befahren. Doch das Kraftwerk machte uns einen Strich durch die Rechnung und
so befuhren wir noch einmal unsere Standardstrecke von Llavorsi bis zum Campingplatz.
Nach einer kurzen Mittagspause paddelten wir das vermeintlich leichteste Stück des Flusses,
doch es sollte anders kommen. Die unterforderte Marlene kenterte im flachen Wildwasser an einem Stein und hatte das Gelächter auf ihrer Seite. Dirk und Lina im Topo meisterten
hingegen die Route locker und auch Tim zeigte, dass er bereits sehr gut paddeln kann.

Auch am nächten Tag wurde wieder fleißig gepaddelt. Nachdem die Jugend mit Udo und Rainer eine neue
Strecke vom Kraftwerk bis nach Llavorsi auf dem Wasser erkundet hatten, bepaddelten wir nocheinmal die beeindruckende Schlucht. Am Abend kehrte die hungrige Meute nach längerer Suche nach einem geeigneten Lokal in Ri Alp in ein spanisches Restaurant ein. Spanisch war dort
auch die Karte, was zu einigen Fragen und Englisch-Spanisch Konversationsversuchen mit dem doch sehr bemühten Kellner führte. Wir lernten interessante Vorspeiserituale und spanisch Desserts kennen und kehrten gut gesättigt an unseren Campingplatz zurück, wo die
allabendliche Kanufilm-Vorstellung lief.

Dann war es wieder Zeit für unser heißgeliebtes Schnäppchenparadies Andorra, wo am nächsten
Tag die Einkaufswagen großzügig gefüllt wurden. Da Shoppen bekanntlich viel Zeit in Anspruch nimmt,
probierten wir am Mittag dort gleich einmal die Andorrianischen Pizzen und waren erst am
späten Nachmittag wieder am heimischen Platz.
Auch an diesem Abend wurde wieder in Kleingruppen gekocht und Udo war mal wieder sehr interessiert an der Kochkunst der Jugend [Udo: "lass mal gucken was es hier leckeres gibt"].

Kaum war am nächsten Tag die Sonne über die Berge, kribbelte es uns wieder in den Fingern.
Also machten wird uns voller Sportsgeist auf zu unserer Standard-Einsatzstelle, erreichten diese aber mit 15-minütiger Verspätung, da unser Rennbuss auf halber Strecke plötzlich schlapp machte. Das Ventil des Reifens war abgerissen und es musste der Ersatzreifen montiert werden.
Das war für unseren starken Männer kein Problem und so kamen wir auch noch ein letztes Mal in den Genuss des Noguera Pallares. Am Nachmittag wurden erste Vorbereitungen für die
Abreise getroffen, unser letztes Erspartes an den Campingplatzbesitzer übergeben und der kaputte Reifen des Busses in einer kleinen Werkstatt repariert. Ein letztes Mal saßen wir am Abend in unserer Paddlerrunde, analysierten unsere "Reinfälle" und genossen das spanische
Campingflair.

Nach einer kurzen Nacht hieß es Abschied nehmen. Die Karavane zog weiter über die Berge in Richtung Heimat und erreichte am nächsten Tag Deutschland und das dort herrschende kalte Klima. Nur Dirk wurde bei seinen Eltern in Südfrankreich zurückgelassen.

Marlene, Dirk, Matthias und Heiko

PS. Die Bilder folgen in Kürze.




Autor Jugend um 20:01 | Kommentare (3) | TrackBacks (0)
Kommentare
Re: Sie wollte Wildwasser IV und kenterte bei Wildwasser I

Frankreich war supi und die mücken stiche nach 2 tagen schon fast ganz wieder weg!

geschrieben von: dirk am 15.08.2005 um 11:28
Re: Sie wollte Wildwasser IV und kenterte bei Wildwasser I

Ein herzliches Dankeschön auch noch einmal an Heiko, der die Jugendfahrt gut vorbereitet und koordiniert hat.
Die Sommerfahrt nach Spanien hat deutlich gezeigt, wie harmonisch sich doch alt und jung ergänzt haben.

geschrieben von: Rainer am 16.08.2005 um 11:18
Re: Sie wollte Wildwasser IV und kenterte bei Wildwasser I

Ich fands auch richtig klasse, hat sich echt mal wieder gelont mitzufahren! Viele Grüße, bin schon auf die Fotos gespannt!

geschrieben von: Marlene am 18.08.2005 um 18:33
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