Der Robson Homes ist tatsächlich ein äusserst geiles Teil.
Das erste was mir heute auf nem Testboot-Tag auffiel (Hohenlimburg-Slalom Strecke, Sport Schröer macht das jedes Jahr einmal dort): mann ist das Ding leicht.
Mein Vergleichsboot ist die Spanish-Fly, deutlich kürzer aber da aus dickem PE ein gutes Stück schwerer. Beeindruckend.
Einen vollen Test konnte ich nicht machen, da das Boot im Werksfitting rumlag (scheint einer der Protos gewesen zu sein) und ich meine Beine nicht weit genug in den Bulkhead kriegte um den Hintern richtig in den Sattel zu drücken. Meine Füsse kamen auch nicht an die Rasten ran: wenn die Beine nur halb drin stecken, ist's nach hinten halt zu lang.
Auf dem Wasser gab's zunächst einen deutlichen Eindruck: das Ding beschleunigt schnell, den Sweetspot konnte ich leicht finden und dann hielt der Kahn auch eine ordentliche Geschwindigkeit und produziert dabei so gut wie keine Welle. Geradeauslauf ist voll ok (allerdings bin ich die Fly gewohnt und die hat nen Geradeauslauf wie ein Waschfass).
Kanten ok, ich bin nicht mit dem Süllrand ans Wasser gegangen, dazu war ich aufgrund des Fittings (oder meiner dicken Beine) nicht stabil genug und sass auch zu hoch. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass er da biestig wäre.
Drehen nur mit Kanten - was mich etwas erstaunt, da er seitwärts total leicht traversiert und das schon mit minimalem Kanten.
Mit meinen gut 110 kg Kampfgewicht lag der Kahn dennoch leichtfüssig im Wasser - ich hatte den Eindruck, dass er mit mir noch gut 30 kg Gepäck mitnehmen könnte, ohne dass die Fahreigenschaften (mal von der Trägheit abgesehen) stark leiden würden. Dazu muss natürlich am Fitting noch einiges optimiert werden (muss es aber bei jedem Boot), damit nicht zuviel Wasser drin bleibt.
Ein kurzer Trip durch den Eingangsschwall in Hohenlimburg zeigte, dass der Homes eine gute Verdrängungsverteilung hat. Er tanzte sehr leicht über die Wellen und es spritzte nicht mal.
Dann in der Strömung, bzw. da wo's Verschneidungslinien gibt, wurde der Homes auf einmal wach: Heck im Hauch einer Strömung, Gewicht leicht nach hinten, Paddel kurz vorn ins Kehrwasser und das Ding dreht schneller als die Polizei erlaubt. Hier spielen Länge, Verdrängung, Gewicht und Bootsform echt geil zusammen. Im Vergleich zur Fly, die mit mir sehr tief liegt war das schon ein A-Ha Erlebnis.
Ausserdem: der Homes scheint eine echte Surfmaschine zu sein. Kleine Wellen ziehen das Ding magisch an und machen echt Spass damit.
Witzig: obwohl der Rocker eher mässig erscheint, hebt der Bug erstaunlich leicht ab.
Vom Material her, macht das Fitting einen soliden Eindruck, der Bulkhead muss noch massig angeschnitten werden und hat dafür in jede Richtung (Knie, Steissstütze, Höhe) massig Platz. Die Fussrasten sind aus Kunststoff und sind sehr stark abgerundet - da halten die Paddelschuhe vermutlich etwas länger als bei den kantigen Alurasten von Pyranha.
Die Luftsäcke haben die vom Kajak her bekannten Pusteschläuche (im Gegensatz zu den dicken, augesetzten Ventilen bei Pyranha). Einziger Nachteil der Dinger ist, dass sie ein bisschen wie Kathederschläuche aussehen ;-)
Der Rumpf sah gut verkratzt aus - daher vermute ich, dass es ein Proto im längeren Einsatz ist. Allerdings war kein einziger Kratzer elementar oder mit der Fingerkuppe fühlbar. Mit dem Daumennagel kann man die Kratzer wahrnehmen, aber die sind nur hauchzart. Amerlite scheint wirklich was zu halten. Langzeit-Erfahrungen, von wegen UV-Strahlung und Warm/Kalt hat da aber noch niemand.
Keine Ahnung, wie sich der zusätzliche Ausbau gestaltet und ob Klebstoffe an Amerlite (wohl eher nicht, ich meine gelesen zu haben, da wäre PE mit drin) halten, bzw. ob man Bohren kann, ohne dass Wanderrisse entstehen.
Bilder hier: